Retro-Games der 90er – Meine Favoriten

Sim City

SimCity ist eine Städtebausimulation, die zuerst 1989 in die Läden kam und in den 1990ern so richtig durchstartete. Meinen ersten Kontakt mit der Reihe hatte ich noch auf dem Super Nintendo, auf dem die abstrahierten Grafiken der von mir entworfenen Städte mit den wuseligen Metropolen heutiger Serienableger noch nichts gemein hatten.

Als bis heute wohl bester Teil der Reihe gilt eigentlich SimCity 2000, das 1993 auf den Markt kam, das ich selbst allerdings verpasst habe. Erst mit SimCity 3000 aus dem Jahr 1999 kehrte ich zur Reihe zurück. Das Grundprinzip ist allerdings bei jedem SimCity dasselbe: Zunächst müssen Stromleitungen gezogen und eine Wasserversorgung aufgebaut werden, dann darf ich Baugebiete ausweisen, auf denen sich entweder Wohnungen, Gewerbe oder Industrie ansiedeln – vorausgesetzt ich habe die notwendigen Straßen nicht vergessen.

Was anfangs noch simpel anmutet, wird mit zunehmender Größe der Städte immer kniffliger: Verkehrsstaus, wachsende Kriminalität und nervtötende „Wutbürger“ sind nur einige der Probleme, denen man Herr werden muss. Im schlimmsten Falle erschüttern Erdbeben oder Wirbelstürme die Metropole (und in der eingangs erwähnten SNES-Version konnte sogar Godzilla die Stadt attackieren).

Command & Conquer

Command & Conquer gilt als Urvater der modernen Echtzeitstrategie. Das ist es zwar gar nicht – Dune 2 zum Beispiel war viel früher da – ändert aber nichts an der Tatsache, dass Westwoods Überraschungserfolg dem Genre zum Durchbruch verholfen hat. Noch heute erinnere ich mich deutlich an die ziemlich alberne Hintergrundgeschichte um die gute GDI und die böse Bruderschaft von Nod, die mit ihren jeweils eigenen Kampfeinheiten aufwarteten.

Es ist erstaunlich, welche Komplexität und welcher Feinschliff schon im ersten Teil der Reihe steckten, die mit Tiberian Sun fortgesetzt wurde und in Form von Alarmstufe Rot ein beinahe noch unterhaltsameres Spin-Off bekam, das in einer Parallelversion unserer eigenen Welt spielt. Schade, dass die Serie heute – wie fast das gesamte Genre der Echtzeitstrategie – tot ist.

Stronghold

Habe ich Command & Conquer damals ausschließlich allein gespielt, so ist mir Stronghold vor allem durch die intensiven, sich oft über viele Stunden hinziehenden Mehrspielerschlachten im lokalen Netzwerk in Erinnerung geblieben. Der im Mittelalter angesiedelte, detailverliebte Mix aus Echtzeit- und Aufbaustrategie hebt sich von anderen Strategiespielen vor allem durch seinen Fokus auf den Bau von Verteidigungsmaßnahmen ab.

Da die Baumaterialien begrenzt sind, muss man sich zum Beispiel entscheiden, ob man die eigene Festung eher kompakt gestaltet und sich hinter möglichst dicken Mauern verschanzt – und dabei in Kauf nimmt, dass lebensnotwendige Gebäude wie Bäckereien außerhalb der schützenden Mauern liegen – oder ob man besser den gesamten Besitz mit einer langen, aber entsprechend schwächeren Mauer umfassen möchte.

Virtua Fighter 2

Um nicht den Eindruck zu erwecken, dass ausschließlich Strategiespiele meine Computerspielerfahrungen der 90er geprägt hätten, will ich unbedingt auch Virtua Fighter 2 aus dem Jahr 1995 erwähnen. Eigentlich ein typisches Spielhallen-Prügelspiel – jünger als Street Fighter, aber älter als Tekken.

Entwickelt von SEGA unter der Leitung des legendären Yu Suzuki, erschien der zweite Teil des ersten 3D-Prügelspiels überhaupt natürlich auch auf dem Sega Saturn (und sogar als 2D-Version auf dem Mega Drive). Ich habe die Reihe allerdings auf der dafür denkbar ungeeignetsten Plattform kennengelernt, dem PC. Optimal war die Steuerung mittels Tastatur natürlich nicht, dem Spielspaß hat das aber keinen Abbruch getan – vor allem dann nicht, wenn ich gegen einen Freund antreten durfte.